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RENATURIERUNG DER HASE

Pressebericht am 25. Januar 2018

Angler verspüren "Bewegung in der Sache"
- Löninger Fischereiverein weist seit über 20 Jahren auf starke Strömung und niedrigen Wasserstand der Hase hin -

Schon seit über 20 Jahren hat der Fischereiverein Löningen immer wieder den häufig niedrigen Wasserstand, die Tiefenerosion, die steilen Abrisskanten durch Auflandungen der Böschungen , die starke Strömung und damit einhergehend die Eintiefung der Gewässersohle bemängelt. Kleine und vor allem aber rasche Schritte gegen die zu hohe Fließgeschwindigkeit der Hase hatte zuletzt der Verein im Herbst 2016 bei einem Treffen mit der damaligen Landtagsabgeordneten Renate Geuter und Fachleuten verschiedener Institutionen gefordert(MT berichtete).
Während sich damals Ralf Jaspers vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für große Maßnahmen nach dem Gewässerentwicklungsplan, der seit einiger Zeit erstellt und spätestens bis zum Sommer 2018 vorliegen soll, ausgesprochen hatte, forderten die Verantwortlichen des Fischereivereins sowie Jürgen Herpin vom Dachverband Hase, zumindest mit kleineren Maßnahmen zu beginnen. „Wir planen uns zu Tode, die Umsetzung muss jetzt kommen“, so hatte Herpin damals bekräftigt.
Nun scheint etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Mit Ralf Jaspers vom NLWKN, Betriebsstelle Cloppenburg, traf sich nun eine Kommission, der mehrere Vorstandsmitglieder des Löninger Fischereivereins, Dr. Jens Salva, Fischereibiologe des Landesfischereiverbands Weser-Ems, Manfred Kramer Geschäftsführer der Hasewasseracht, Jürgen Herpin vom Dachverband Hase sowie Björg Dewert, Geschäftsführerin des Vereins zur Revitalisierung der Haseauen aus Osnabrück, angehörten.
„Erste Ergebnisse der Untersuchungen zum Gewässerentwicklungsplan, die vor Monaten von einem Planungsbüro aus Höxter vorgestellt worden sind, haben alle Defizite, die von den Anglern immer wieder beklagt wurden, in vollem Umfang bestätigt“, so Rudolf Thomann, der Vorsitzendes des Fischereivereins Löningen. „Der Verein zahlt Jahr für Jahr etwa 3000 € Pacht für die Löninger Flussstrecke, während die Bedingungen immer schlechter werden.“
Dem NLWKN wurde der Einbau von Strömungslenkern durch Dreiecksbuhnen aus Totholz und Steinmaterial vorgeschlagen, um die Strömung zum Pendeln zu bringen und unterschiedliche Tiefen zu schaffen. Neben anderen Defiziten wurde in den Untersuchungen des Planungsbüros besonders auch diese fehlende Strömungs- und Tiefenvarianz bemängelt. „Der Wasserabfluss bei höheren Wasserständen würde dadurch nicht behindert, da die Buhnen bei Hochwasser überströmt werden. Wirksam sind sie nur bei Niedrigwasser“, beruhigte Jürgen Herpin vom Dachverband Hase. „Gerade der Einbau von Totholz in einem Fließgewässer bietet viele Vorteile“, erklärte der Fischereibiologe und Renaturierungsexperte Dr. Jens Salva. Holzmaterial im Wasser wirke sich sehr positiv auf die Ökologie eines Gewässers aus:
Als Habitate besonders für Jungfische biete es Jungfischen Schutz vor Prädatoren aus der Luft wie Kormoran oder Fischreiher. Zusätzlich sei der Bereich um das Totholz ein idealer Lebensraum für wirbellose Kleinorganismen, was das Futterangebot für die Fischfauna verbessere. Viele unserer Fischarten nutzten solche Bereiche außerdem für ihr Laichgeschäft. Auch für viele Amphibien bedeute Totholz eine Verbesserung des Lebensraumes.
Favorisiert wurde der Bereich zwischen der Mühlenbachmündung und dem Haseknie. Dieser Bereich würde sich besonders dazu eignen, um hier als ersten Schritt durch den Einbau von Dreiecksbuhnen die ökologischen Verhältnisse der Hase zu verbessern. „Wir sind erst in der Stufe der Vorüberlegungen; ein konkretes Konzept, in dem z.B. die genaue Ausformung und Länge der Dreiecksbuhnen, die technische Umsetzung sowie die Finanzierung zu prüfen wäre, müsste dann als zweiter Schritt entwickelt werden“, gab Jaspers zu bedenken. Positiv zu sehen sei allerdings bei einer solchen Maßnahme nicht nur der ökologische Aspekt, sondern sie würde auch der effektiven Ufersicherung dienen.
Nach wie vor leide die Hase zumindest im Löninger Bereich unter der ausgeprägten Sohlenerosion, der sehr starken Strömung, der Strukturarmut und den vielen Böschungsabbrüchen durch die Sedimentablagerungen bei Hochwasserlagen, so Rudolf Thomann als Vertreter des Fischereivereins Löningen. „Wir würden es aber sehr begrüßen, wenn zumindest durch eine solch vergleichsweise kleine Maßnahme schon einmal ein Anfangspunkt für eine Verbesserung der Verhältnisse gesetzt würde“, freute er sich.
(Text und Fotos: Rudolf Thomann)




 
Das erste Treffen zu Renaturierungsarbeiten in den Räumen der Hasewasseracht
Massive Böschungsabbrüche durch starke Auflandungen
Sehr niedriger Wasserstand der Hase im Bereich Löningen in den Sommermonaten



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