Bruthilfe für Eisvogel

Löninger Fischer unterstützen den Eisvogel
- Vierte Aktion verschafft dem Eisvogel weitere Brutmöglichkeiten -

Zu einer weiteren Aktion für den Charaktervogel des Fischereivereins Löningen, den Eisvogel, trafen sich Mitglieder unter Leitung des Vorstandsmitglieds Markus Schomaker und des Löninger Ornithologen Hermann Dirks am Baggersee in der Münzebrocks Mersch. Für einen Teil der Uferflächen des Merschsees wurde den Löninger Anglern seit 2011 ein Befischungsrecht eingeräumt, der Verein hat dafür die Pflege und Kontrolle über dieses Gebiet übernommen.

Mittlerweile ist das die vierte Bruthilfe, die der Verein für den Eisvogel geschaffen hat. Nach einem Biotop an der Hase, an seinem vereinseigenen Teich in Ehren und einer ersten Bruthilfe an diesem See im Jahr 2013 wurden jetzt geeignete Steilwände abgestochen, in denen der Vogel seine ca. 50 bis 80 cm tiefen Brutröhren anlegen kann.
Auch wenn viele Menschen noch nie einen Eisvogel gesehen haben, an der Hase und ihren Nebengewässern kommt er noch regelmäßig vor. Auch für den Merschsee gibt es Brutnachweise.
Insbesondere strenge Winter führen regelmäßig zu starken Bestandseinbrüchen; die Sterblichkeitsrate kann dann bei über 80 Prozent liegen. Die Natur hilft sich hier aber selbst: Um die hohen Verluste ausgleichen zu können, überlappen sich bei Eisvögeln oft die Bruten – man spricht hier von Schachtelbruten. Noch bevor die Jungvögel der vorhergehenden Brut flügge sind, legt das Weibchen in einer zweiten Brutröhre Eier und beginnt diese zu bebrüten, während das Männchen die Nestlinge aus der vorherigen Brut füttert. Da es jetzt allerdings allein für die Jungvögel die Nahrung heranschaffen muss, bedeutet das: Fischen im Akkord! Auf diese Weise können drei statt zwei Jahresbruten durchgeführt werden und Verluste nach besonders harten und verlustreichen Wintern besser ausgeglichen werden.
Da die letzten Winter sehr mild und Nahrungsgewässer, aus denen er pfeilschnell im Sturzflug vor allem kleinere Fische erbeutet, kaum zugefroren waren, kann der gegenwärtige Bestand sogar als gut bezeichnet werden.
Auch die Totholzaktionen, die an diesem Gewässer von den Anglern mehrfach durchgeführt wurden, haben dem hübschen Vogel geholfen. So bieten ihm die ins Wasser gelegten Bäume Ansitzmöglichkeiten, von denen aus er seine Beute machen kann.
In Deutschland gilt der Eisvogel nach dem Bundesnaturschutzgesetz als „streng geschützte Art“. Amtliche Quellen schätzen der Bestand in Deutschland derzeit auf etwa 5.600 bis 8.000 Brutpaare.
Text und Fotos: Rudolf Thomann


Markus Schomaker(links) und Hermann Dirks(rechts) beim Erstellen der Eisvogelsteilwand
Hier kann der Eisvogel einziehen.

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