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ANGELPLATZ FÜR BEHINDERTE
 



Pressebericht v. 21.10.2020


Behinderte Angler am Heckenkolk willkommen
- Angelplattform soll barrierefreien Zugang zum Angelplatz bieten -

Mit dem Bau eines barrierefreien Angelplatzes konnte jetzt durch Mitglieder des Vorstands des Fischereivereins Löningen begonnen werden. Ausgewählt wurde dafür ein Platz an den Heckenkölken in Böen. Einige Spenden, auch von außerhalb des Vereins, trugen zur Verwirklichung dieses Projekts bei.

Ein Handicap schränkt das Leben fast immer stark ein. Dies gilt auch für das Hobby „Angeln“, bei dem es einige Hürden für Menschen mit Beeinträchtigung gibt. Intention des Vorhabens war es, Rollstuhlfahrern und anderen gehbehinderten Menschen den Zugang zu diesem Hobby zu ermöglichen. Der Anstoß war dabei von Vereinsmitgliedern gekommen, die von Personen berichteten, die aufgrund einer Behinderung ihrem Hobby nicht mehr nachgehen können. „Behindertengerechte Angelplätze sind vermutlich genauso selten wie der Fang eines Riesenhechts“, meint Markus Beintken, der 1. Vorsitzemde der Löninger Fischereivereins.
Die Idee wurden vom Vereinsvorstand gerne aufgegriffen und ein geeigneter Platz an einem Hasealtarm, den Heckenkölken in Böen, ausgewählt. Dieser Altarm bot sich nicht nur durch die gute Erreichbarkeit an, sondern er ist auch landschaftlich besonders attraktiv. Die Hase ist wegen der steilen Uferböschungen und Böschungsabbrüche für Menschen mit Gehbehinderung nicht mehr nutzbar. Auch die meisten Altarme leiden, vor allem durch die in den letzten Jahren lang andauernden niedrigen Wasserstände, unter diesem Problem.
Mit dem Grundstückseigentümer Dirk Berges fanden die Fischer einen Partner, der ihnen das Gelände für das Projekt zur Verfügung stellte. Auch der Behindertenbeauftragte der Stadt Löningen wurde in die Überlegungen mit eingebunden. „Die Reaktionen aus der Bevölkerung waren so erfreulich und positiv, dass uns sogar Spenden für das Vorhaben zur Verfügung gestellt wurden“, freut sich der 2. Vorsitzende Karl-Heinz Jankowai. Auch bei dem Votingwettbewerb einer Bank erhielt man so viel Unterstützung, dass ein beträchtlicher Zuschuss gewonnen werden konnte.

Sind Angelplätze für Rollstuhl- und Rollatornutzer vorgesehen, müssen nach einer Norm, der DIN 18040-4: 2014-12, Mindeststandards zu solchen Angelplätzen erfüllt sein: Rollstuhlfahrer müssen ebenerdig ohne Hilfe auf die Plattform fahren können. Dazu wurde ein ausreichend breiter Weg mit einer möglichst geringen Steigung angelegt. Um den behinderten Anglern das Ein- und Auspacken der Ausrüstung zu erleichtern, kann der Platz mit dem Auto direkt angefahren werden; auch eine Parkmöglichkeit ist vorhanden. Die Planung und Anfertigung der Metallkonstruktion erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der Fa. Heimbrock aus Benstrup. Die Plattform wurde größer als die in der DIN vorgesehenen 1,8 x 1,5 m gewählt, um auch einem Helfer bzw. Helferin ausreichend Platz zu bieten. Die Arbeiten vor Ort wurden von mehreren Vorstandsmitgliedern bewerkstelligt; maßgeblich dabei auch Jürgen Frilling, der für den Maschineneinsatz verantwortlich zeigte.

Auch die Absturzsicherung von den mindestens geforderten 15 cm Aufkantung wurde doppelt so hoch gebaut, um eine möglichst große Sicherheit zu gewährleisten. Das gilt ebenso für das Geländer, das höher als die vorgeschriebenen 60 cm ist. Die Höhe der Plattform über dem Wasserspiegel wurde so gewählt, dass Rollstuhlnutzer möglichst selbstständig ihren Fang keschern und anlanden können.

Mittlerweile konnte der Weg zur Plattform mit Schotter und die Plattform mit Holzplanken versehen werden. Eine zukünftige Beschilderung wird darauf hinweisen, dass dieser Platz vorrangig von Mitgliedern mit Behinderungen genutzt werden darf.
Der Vorstand des Löninger Fischereivereins hofft, mit dieser Maßnahme einen wesentlichen Beitrag zur Inklusion von Menschen mit Handicap geleistet zu haben.
(Text: Rudolf Thomann Fotos: Rudolf Thomann und Holger Eilermann)










 



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